HTL-Wels Logo

Wir brennen für Chemie. Es lebe die Vielfalt!

…was die Welt im Innersten zusammenhält

Klassenfoto 5BHCIC

Flammenfärbung

Wir brennen für Chemie. Es lebe die Vielfalt!

…was die Welt im Innersten zusammenhält

„Goethes Faust war einer der berühmtesten Gelehrten, der erkennen wollte, ‚was die Welt im Innersten zusammenhält‘.“ Zumindest der berühmteste auf der literarischen Bühne. Wirft man einen Blick in die Geschichte der Naturwissenschaften, so liegt der Verdacht nicht fern, dass es am ehesten Chemiker*innen sind, die ein besonderes Verständnis dafür aufbringen, zu verstehen, was denn der „Klebstoff“ unseres Universums ist.

Nobel, nobel!

Ganz aktuell haben sich zwei Forscherinnen, Emanuelle Charpentier und Jennifer Droudna, mit dem befasst, was uns Lebewesen im Innersten zusammenhält. Und dafür haben die beiden den wohl berühmtesten Preis eingeheimst: Das schwedische Nobelkomitee war sich einig, dass den Wissenschafterinnen "für die Entwicklung einer Methode zur Bearbeitung des Genoms" – konkret die Genschere CRISPR/Cas9 – der Nobelpreis für Chemie 2020 zusteht.

Charpentier meint dazu: „Ich hoffe, dass diese Auszeichnung für mich und Jennifer Droudna eine starke Botschaft für junge Frauen darstellen wird. Vor allem für junge Forscherinnen, die den Weg der Wissenschaft verfolgen wollen. Ich hoffe, dass wir ihnen zeigen können, dass man auch als Frau Preise gewinnen kann […]“

Ein idealer „Aufhänger“…?

Das ist auf den ersten Blick der ideale Aufhänger für unseren Artikel. Aktuell, interessant – und vor allem geht es um Frauen, die etwas Spektakuläres geleistet haben. Der Slogan „Frauen in die Technik“ ist populär und gehört gefördert und wir könnten das Ganze ja verbinden mit berühmten Frauen in den Naturwissenschaften. Marie Curie geht immer. Und außerdem: Wir haben doch auch einige Professorinnen in der Abteilung Chemie. Wir könnten doch…

Nein, Moment! Was heißt eigentlich „…dass man auch als Frau Preise gewinnen kann“? Warum wird eigentlich in den Medien das Geschlecht der beiden Forscherinnen derart betont? Und warum tun sie das sogar selbst? Die Genschere ist doch eine coole Sache an sich – damit kann die DNA von Tieren, Pflanzen und Mikroorganismen ganz präzise verändert werden. Was das für die Heilung von Erbkrankheiten und Krebstherapien bedeutet!

Viel-falt statt Ein-falt.

Also. Wir wollen die „Genschere“ zweckentfremden, um mit Geschlechterklischees zu brechen. Wir wollen XX und XY nicht auseinander schneiden, sondern zusammenfügen:

Ja, die Chemie-Abteilung hat schulweit den höchsten Frauenanteil (45%). Ja, wir haben auch viele Technikerinnen, die uns gut und gern unterrichten. Und ja, in unserer Klasse, der 5BHCIC, besitzen überdurchschnittlich viele Menschen zwei X-Chromosomen. Das freut uns sehr. Dennoch: Ein Frauen-Schwerpunkt wird uns und dem Fach Chemie nicht gerecht. Wir sind als Menschen vielfältig und so verhält es sich auch mit dem vielfältigen Viel-Fach Chemie. Wir wollen nun die Sache in den Vordergrund stellen und einige Fakten darlegen, warum uns die Chemie so am Herzen liegt. Und mit „uns“ meinen wir die Schülerinnen und Schüler der 5BHCIC und unsere Professorinnen und Professoren.

Wir brennen für Chemie.

  • Chemie ist praktisch. Laboratorien sind Experimentierstätten für wissenshungrige Weltverbesserer.
  • Chemie treibt an. Diesel und Benzin bewegen unsere Welt. In Zukunft vielleicht auch Wasserstoff?
  • Chemie ist angreifbar. Im täglichen Leben sind wir immer direkt mit Stoffen konfrontiert (Kochen, Türrahmen… zumindest die beschichteten)
  • Chemie „baut“ und vernetzt. Stahl und Beton bilden das Fundament unserer äußeren Welt und sorgen für Stabilität.
  • Chemie ist grün. Damit Gefahrenstoffe nicht zum Problem für die Umwelt werden, gibt es Substanzen und Expert*innen, die sich um fachgerechte Entsorgung kümmern.
  • Chemie sichert Ernten. Wir Chemiker*innen bekämpfen das, was schädlich ist und düngen das, was wachsen soll. Ja, manche von uns arbeiten für die Schattenseite und nicht jede Idee ist gedeihlich. Aber das steht auf einem anderen Blatt.
  • Chemie ist aromatisch. Geschmacks- und Duftstoffe versüßen uns das Leben. Meistens jedenfalls.
  • Chemie heilt. Wenn Kamillentee nicht mehr hilft, helfen Chemiker*innen dabei, wieder gesund zu werden.
  • Chemie ist spannend und kreativ. Man kann aus A und B gezielt C und D herstellen. Nur das mit der Goldsynthese ist uns noch nicht ganz gelungen.
  • Apropos spannend: Halbleiter, Batterien, Akku(mulatoren), Galvanisierung, Eloxieren… Begriffe, die zeigen, dass Chemie auch elektrisiert.
  • Nicht zuletzt: Chemie verbindet. So unromantisch das klingen mag: Liebe ist Biochemie. Ob das umgekehrt so ist, darüber lässt sich streiten…

Wie Licht durch ein Prisma.

So anstrengend unser Fach auch sein mag, Chemie ist und bleibt farbenfroh. Wir lassen Flammen in sämtlichen Farben des Regenbogens leuchten. Chemie ist so bunt, facettenreich und vielfältig wie wir.

Chemie hält die Welt zusammen. Wir halten zusammen.

Die Schülerinnen und Schüler der 5BHCIC