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Öl – der unsichtbare Feind in der Wärmebehandlung!

Diplomarbeit an der HTL Wels: Nachweis von filmischen Verunreinigungen auf Stahlproben mittels elektrochemischer Impedanzspektroskopie

„Elektrochemikerin“ Julia Isabel Hausteiner widmet sich bei ihrer Diplomarbeit in Kooperation mit der Firma Rübig dem Nachweis von filmischen Verunreinigungen auf Stahlproben.

NIEDERNEUKIRCHEN/WELS. Ein Thema, welches nicht gleich vermuten lässt, dass es mit der Abteilung Chemie der HTBLA Wels in Verbindung steht. Aber die Chemie ist lange nicht so einseitig, wie viele denken. Diese Vielfalt bringt auch die Diplomandin Julia Isabel Hausteiner aus Niederneukirchen mit ihrer Diplomarbeit, welche in Kooperation mit der Firma RÜBIG GmbH & Co KG und ihren Betreuern Annika Wagner und Rainer Schöftner durchgeführt wird, zum Ausdruck.

Mit ihren Betreuern arbeitet Julia Isabel Hausteiner daran, den dünnen Ölfilm, der als Korrosionsschutz der Metallteile dient, mittels elektrochemischer Impedanzspektroskopie nachzuweisen und eine geeignete Reinigungsmethode auszuwählen. Vielleicht fragt sich jetzt der eine oder andere, wieso der ganze Aufwand? Es ist ja „nur“ Öl. Jedoch birgt dieser dünne Ölfilm in der Wärmebehandlung, so wie sie auch in der Firma RÜBIG durchgeführt wird, gravierende Nachteile, wie Hausteiner weiß: „So können zum Beispiel beim Nitrieren die Restfilme an der Oberfläche die Eindiffusion von Stickstoff behindern, was wiederum das Erreichen der gewünschten Härte verhindert.“

„Elektrochemie ist nicht immer einfach“

Zu diesem Diplomarbeitsthema ist sie durch ein Praktikum in der RÜBIG Härtetechnik gekommen, welche ihr dieses Thema vorgestellt und die Möglichkeit einer Diplomarbeit in ihrer Firma gegeben hat.

Dass das von ihr gewählte Thema nicht das einfachste sein wird, ahnte sie schon zu Beginn ihrer Arbeit, da es sich hierbei um eine ihr nicht bekannte elektrochemische Methode handelt und die Elektrochemie erfahrungsgemäß nicht immer einfach ist. So investierte sie viele Stunden in die Literaturrecherche und deren Verständnis. Aber auch eine vorzeitige praktische Erfahrung im Labor der Firma brachte Klarheit und beantwortete einige ihrer Fragen, brachte aber auch einige neue Gesichtspunkte zutage, an die zuvor noch nicht gedacht wurde.

So wurde auch die Verwendung von flüssigen Elektrolyten überdacht, da viele dieser korrosive Eigenschaften aufweisen oder passive Schichten ausbilden und die Messungen infolgedessen wenig bis keine Aussagekraft mehr besitzen. Weiters wurde auch über eine Verbesserung der Probenvorbereitung nachgedacht. Hier galt wie bei so vielem „Probieren geht über Studieren“.

„Für jedes Problem gibt es eine Lösung, man braucht nur Mut dafür“

Um aussagekräftige Ergebnisse zu erhalten, ist eine konstante und reproduzierbare Messmethode von ausschlaggebender Notwendigkeit. Jedoch ist dies nicht immer so einfach umzusetzen, denn der Strom in der elektrochemischen Impedanzspektroskopie hat seinen eigenen Kopf und sucht sich immer den einfachsten Weg. Aber auch hier ist die Schülerin der Abteilung Chemie zuversichtlich, eine Lösung zu finden.

Doch neben den Schwierigkeiten kann die Diplomandin bereits auf Erfolge zurückblicken, etwa auf eine neue Idee in der Probenvorbereitung oder den Einsatz einer alternativen Technologie beim Elektrolyten. Julia Isabel Hausteiner: „Für jedes Problem gibt es eine Lösung, man braucht nur Mut dafür.“

Warum Elektrochemie?

Diese Frage bekommt Julia Isabel Hausteiner häufig gestellt, egal ob von Mitschülern oder Mitschülerinnen, ob von Freunden und Freundinnen oder aber auch von Bekannten.

Die Niederneukirchnerin Hausteiner: „Dieses Thema ist für mich trotz der auftretenden Schwierigkeiten und Komplikationen oder gerade deshalb ein extrem interessantes und spannendes, dafür investiere ich gerne meine Freizeit.“

Fotonachweis: RÜBIG GmbH & Co KG