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Rennkart umgebaut: Elektro schlägt konventionell

Ein konventionelles 125ccm-Rennkart in ein Elektro-Kart umzubauen – dieser herausfordernden Aufgabe stellten sich die drei angehenden Elektrotechniker Simon Tobias Zweckinger, Jonas Andessner und David Tischberger bei ihrer Diplomarbeit.

Abschließendes Ziel war, auf einer Rennstrecke die Rundenzeiten der beiden Versionen zu vergleichen.

„Derzeit wird im Kartsport zum Antrieb nahezu ausschließlich ein 125ccm oder größerer zwei-Takt-Motor verwendet. Diese haben eine Leistungsentfaltung über die Drehzahl, wobei das Peak-Drehmoment beziehungsweise die Peak-Leistung erst nach circa dreiviertel des Drehzahlbandes anliegt. Da jedoch Kartstrecken eher kurvenreich und handlingorientiert sind, müssen diese Verbrenner mit Untersetzungen fahren und Kompromisse eingehen“, umreißt Simon Zweckinger die Aufgabenstellung.

David Tischberger ergänzt: „Deshalb ersetzen wir den Antriebsstrang eines Rennkarts durch einen rein elektrischen. In der Theorie soll dieser aus vier Radnarbenmotoren bestehen und in der praktischen Umsetzung aus einem Motor, welcher die Hinterachse antreibt.“

Dann startete die Umsetzung. „Um die elektrischen Komponenten sicher zu verbauen, mussten einige mechanische Teile konstruiert und gefertigt werden. Dies beinhaltet unter anderem eine Motorhalterung sowie die Halterungen für die zwei Akkus. Die elektrischen Komponenten wurden nach sorgfältiger Recherche ausgewählt und gekauft. Nach diversen Funktionstests und Anlernphasen der elektronischen Hardware konnte diese final verkabelt und verbaut werden“, erzählt Jonas Andessner.

Deutlich verbesserte Beschleunigung

Das Ergebnis: Der Umbau bietet ein ca. 120 kg schweres Kart, welches mit einem 25kW/110NM starkem Motor angetrieben wird.

Zwei Akkupacks aus einem BMW i3 sind beidseitig außen am Fahrzeug mit Klemmungen befestigt. Die Beschleunigung hat sich im Vergleich zu dem Ausgangs-Modell deutlich verbessert, wobei die Gewichtsverteilung nicht stark verändert wurde. Selbst bei hohen Leistungs-Anforderungen an das Fahrzeug bleiben die Komponenten kühl und erlauben eine Fahrzeit von etwa 2 Stunden. Die Betreuer Kurt Spiessberger und Martin Köstenberger gratulierten zum gelungenen Projekt!