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Zur Maturarede: „Die Türen der Direktion stehen allen offen“

Medial Wellen schlägt derzeit eine von zwölf Maturareden an der Schule, die die HTL Wels ins Visier nimmt.

„Ich verwahre mich gegen diese Art der pauschalen Verurteilung“, reagiert Schulleiter Bertram Geigl.

„Ich empfinde die Rede von Herrn Neuner als pietätlos und in ihren Formulierungen stark übertrieben“, so Geigl, insbesondere, was die angesprochenen Suizide betrifft. „Hier monokausale Zusammenhänge zur Schule herzustellen, ist absolut inakzeptabel“, erklärt Bertram Geigl, der seit September 2018 die größte Tagesschule Oberösterreichs leitet. Bedauerlich sei in diesem Zusammenhang auch, dass „ich in der ,Welser Zeitung‘ falsch zitiert worden bin.“

Andere Vorwürfe, etwa dass zu viele Schüler in den Klassen seien, dass die Klassen über keine Klimaanlage verfügten oder dass jede Pädagogin/jeder Pädagoge auch über eine psychologische Ausbildung verfügen solle, wie von Maturant Tomas Neuner verlangt, lägen nicht im Verantwortungs- bzw. Einflussbereich der HTL Wels.

Dass es an einer Schule dieser Größenordnung – rund 1700 Schülerinnen und Schüler, knapp 200 Lehrkräfte – auch zu Problemen komme, sei menschlich. Geigl: „Wir versuchen, bei Schwierigkeiten unterstützend einzugreifen, dafür stehen neben zwei Schulärztinnen auch VertrauenslehrerInnen und das psychosoziale Netzwerk ,Mail & Ask‘ zur Verfügung.“ Zudem gebe es eine Reihe von außerschulischen Anlaufstellen bis hin zu Schulpsychologen.

„Ich möchte allerdings um Verständnis bitten, dass wir solche Probleme – zum Schutz der Betroffenen und Beteiligten – nicht an die ,große Glocke‘ hängen, sondern deeskalierend im Hintergrund einwirken“, erläutert Schulleiter Geigl.

Zum Vorwurf, einige Lehrerinnen und Lehrer würden den Unterricht nicht recht ernst nehmen bzw. nicht so unterrichten, wie es sich viele Schülerinnen und Schüler wünschen, „kann ich nur sagen: Dafür gibt es Klassen-, Abteilungs- und einen Schulsprecher sowie den Schulgemeinschaftsausschuss, die solche Situationen bzw. Schwierigkeiten ansprechen können und sollen“, so Geigl: „Die Türen der Direktion stehen jeder und jedem für ein Gespräch offen.“ Seit er, Geigl, Schulleiter sei, habe Klassensprecher Tomas Neuner jedenfalls nie das Gespräch mit ihm gesucht. Die Angst vor einem Schulverweis wegen konstruktiver Kritik sei völlig unbegründet.

Wenn nun Plattformen wie „One Step further – SchuleWeiterDenken“ mehr Persönlichkeitsentwicklung für Schülerinnen und Schüler fordern würden, so könne man gerne über dieses Anliegen, das über den SOPK-Unterricht hinausreicht, sprechen. Geigl: „Eine erste Diskussion mit dem Schulsprecher sowie dem Abteilungssprecher und den Klassensprechern der IT hat bereits stattgefunden“, sagt Bertram Geigl, der weiters erwähnt, dass „in diesem Maturajahr noch von elf anderen Klassensprechern Maturareden gehalten wurden. Diese lobten unisono das gute Schul- und Klassenklima. Auch das Feedback der Absolventen und Eltern bei diesen Feiern war stets positiv und die Schule wurde seitens der Eltern immer als sicherer Ort für ihre Kinder empfunden.“

Schulleiter Bertram Geigl abschließend: „Die Weiterentwicklung der Schule ist uns allen ein Anliegen, schließlich ist der Schulraum zugleich auch Lebensraum. Ich lade daher alle ein, sich schulintern am Dialog zu beteiligen!“